Der Pudel
Ursprünglich wurde der Pudel als Jagdhund gezüchtet. Der Name "Pudel" kommt von dem althochdeutschen Wort "puddeln", was soviel heißt wie "im Wasser planschen". Der Pudel ist also eigentlich ein Wasserjagdhund. Als solcher sollte er, ähnlich wie die Retriever-Rassen, angeschossene Enten aus dem Wasser holen und zum Jäger bringen. Natürlich am besten, ohne sie zu durchlöchern, was den "weichen Fang" erklärt - Pudel beißen selten fest zu.
Soviel (oder wenig) zu seiner Vergangenheit.
Heute hat der Pudel nur noch wenig Jagdinstinkt.
Unser Hundetrainer sagte einmal: "Der Pudel wurde die letzten hundert Jahre nur gezüchtet, um brav stehen zu bleiben."
Im Gegensatz zu anderen Jagdhunderassen hat er also über Generationen Geduld gelernt.
Die typische Schur mit den (kitschigen) Bommeln kommt übrigens tatsächlich noch aus der Jagdvergangenheit und hatte durchaus einen sinnvollen Hintergrund:
Störendes Fell wurde beseitigt, um den Hund nicht beim Schwimmen zu behindern. Um den Brustkorb und die Fußgelenke herum behielt man den wärmenden Schutz aber. Und das Krönchen und die Bommel am Rutenende? Die ragten aus dem Wasser heraus und sorgten dafür, dass man den Hund besser erkennen konnte.
Klar, jedes Tier ist ein Individuum und keines gleicht dem anderen. Trotzdem sind sich die meisten Pudel in ihren Charakterzügen ähnlich.
Immer gut gelaunt und verspielt bis ins hohe Alter, machen sie gerne Kunststückchen oder treiben Schabernack. Pudel sind erstaunlich empathisch und merken sofort, wenn es einem Menschen nicht gut geht. Und sie haben den viel gelobten "Will-to-please", was heißt, sie wollen es dem Menschen gerne Recht machen. Das ist hilfreich, denn sie sind sehr sensibel und kommen nicht gut mit zu harter Erziehung klar. Konsequenz dagegen ist ein Muss, denn der Pudel ist sehr intelligent und findet (zuweilen auch durchtriebene) Wege, sein Ziel zu erreichen - früher oder später und so unauffällig wie möglich. Das kann das Brötchen auf dem Tisch ebenso sein wie die Aufmerksamkeit des Menschen.
Den Pudel gibt es in vier Größen, die sich außer in der Schulterhöhe nur wenig unterscheiden:
- Toypudel (24 - 28 cm)
- Zwergpudel (28 - 35 cm)
- Klein- oder Mittelpudel (35 - 45 cm)
- Standard- oder Großpudel (ab 45 cm)
Laut deutschem Rassestandard liegt die Obergrenze der Schulterhöhe beim Großpudel bei 62 cm. In vielen anderen Ländern gibt es diese Einschränkung nicht, deshalb bezeichne ich selbst gerne alle größeren Pudel als "Königspudel".
Denn nur die Großen sind wahrhaft königlich.
Die amerikanische Linie des "Standard Poodle"
hat es uns besonders angetan. Die Pudel, die vom dortigen AKC (American Kennel Club) zugelassen werden, sind etwas größer als jene, die der deutsche VDH erlaubt. Außerdem sind dort auch viele Farben und Zeichnungen zugelassen, die der VDH verbietet. Wir interessieren uns sehr für diese Linien, denn von dort kommen immer wieder große, gesunde Hunde, die nicht nur einen harmonischen Körperbau haben, sondern häufig auch wunderschön kunterbunt sind.